OT-Security: Warum Produktionsnetze 2026 im Fokus von Angreifern stehen
Während IT-Sicherheit in den meisten Unternehmen einen festen Platz hat, bleibt Operational Technology (OT) – Steuerungssysteme, Produktionsanlagen, industrielle Netzwerke – ein häufig unterschätztes Risiko. 2026 ist OT-Security kein Nischenthema mehr: Angriffe auf Produktionsumgebungen nehmen zu, regulatorische Anforderungen steigen, und die Konvergenz von IT und OT schafft neue Angriffsflächen.
IT vs. OT: Was ist der Unterschied?
Operational Technology umfasst alle Systeme, die physische Prozesse steuern: Produktionsanlagen, SCADA-Systeme, industrielle Steuerungen (ICS) und Sensorik. Im Gegensatz zur IT steht bei OT die Verfügbarkeit an erster Stelle – ein Produktionsstopp kostet unmittelbar Geld. Das schafft ein Dilemma: Patches, die in der IT selbstverständlich sind, erfordern in OT-Umgebungen oft monatelange Qualifizierungsprozesse.
Typische Schwachstellen in Industrieumgebungen
- Veraltete Betriebssysteme: Windows XP und ähnliche Systeme sind in vielen Produktionsumgebungen aktiv – ohne Sicherheitsupdates seit Jahren.
- Fehlende Netzwerksegmentierung: IT- und OT-Netzwerke sind oft unzureichend getrennt. Ein IT-Angriff kann direkt auf Produktionssysteme übergreifen.
- Standardpasswörter: Viele industrielle Steuerungen verwenden werkseitige Zugangsdaten – unverändert seit der Installation.
- Unsichere Fernwartungszugänge: Wartungszugänge von Maschinenbauern sind häufig unzureichend gesichert.
Regulatorische Anforderungen: NIS-2 und KRITIS
Mit NIS-2 und dem KRITIS-Dachgesetz sind OT-Betreiber in kritischen Sektoren verpflichtet, erhöhte Sicherheitsstandards umzusetzen – Risikomanagement, Vorfallsmeldung, Lieferkettensicherheit. Die persönliche Haftung der Geschäftsleitung ist explizit geregelt.
Was Unternehmen konkret tun müssen
- OT-Asset-Inventar erstellen: Was ist im Netz? Welche Systeme kommunizieren mit was?
- Netzwerksegmentierung zwischen IT und OT einführen
- Fernwartungszugänge absichern: MFA, zeitlich begrenzte Zugänge, Protokollierung
- OT-spezifisches Monitoring einführen (passiv, ohne Eingriff in Prozesse)
- Incident-Response-Plan für OT-Vorfälle erstellen
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